Malen statt Meetings: Wie dein Team ein Problem löst, das nie angesprochen wurde
Visuelle Problemlösung für den Methodenkoffer🖍️
Die wenigsten meiner Teamworkshops starten als “Problemfälle”. Den größten Effekt haben wir aber, wenn das Team nach dem Workshop einige Probleme weniger hat. Wie kann man schnell und ohne Laberrunden zu dem vordringen, was das Team beschäftigt?
🖍️ Ich empfehle die visuelle Problemlösung oder kurz *trommelwirbel* MALEN.
Don´t talk just paint
Dafür braucht es keinen ganzen Workshop. Getarnt als kleiner Icebreaker lässt sich visuelle Problemlösung perfekt in den Arbeitsalltag oder einen Teamtag einbauen. Ich verspreche dir, es wird Spaß machen und euch überraschen:
Durch das intuitive “Denken mit der Hand” werden Herausforderungen sichtbar, die möglicherweise nie angesprochen wurden.
Wenn ein Bild gemeinsam in einer (Klein-)Gruppe entsteht, findet eine Auseinandersetzung und Austausch über die verschiedenen Perspektiven statt. “Wie siehst du das?”
Wie tief ihr in die Analyse und Interpretation des Bildes absteigt, ist euch und eurer Gruppendynamik überlassen.
Die Arbeitsaufträge sollten simpel sein, zum Beispiel:
Wie seht ihr euch als Team?
Was beschäftigt euch aktuell?
Welches Problem sollten wir lösen, um besser (zusammen) zu arbeiten?
Analyse: So haben wir das noch nie gesehen
Nachdem ein visueller Ist-Zustand entstanden ist, wird das Bild/die Bilder aufgehängt und besprochen.
➤ Was sehen wir auf dem Bild?
➤ Fällt etwas auf?
➤ Welche Dinge sind überproportional (groß/klein)?
➤ Welche Farben und Metaphern wurden verwendet?
Meistens sieht man direkt, was das Team oder die Person beschäftigt oder belastet.
Der Twist: Problemlösung ohne Zerreden
Das für sich hat schon einen Mehrwert, denn ihr kommt ganz anders ins Gespräch. Der nächste Schritt geht aber noch weiter: Die 2. Malrunde zur kreativen Problemlösung.
Ablauf:
Wenn es mehrere Bilder gibt, werden sie getauscht und die andere Kleingruppe kann eine Lösung malen. Die kann simpel, kreativ oder witzig sein. Wenn es ein gemeinsames Bild ist, kann die Gruppe ein erstrebenswertes Zielbild malen, in dem das beschriebene Problem (wie von Zauberhand) gelöst wurde.
So entstehen kreative Lösungen für eingefahrene oder vorher nicht mal sichtbare Probleme. Die Stimmung ist locker, spielerisch, kreativ – genau das, was man braucht, um in den Lösungsraum zu kommen und dort weiterzumachen.
Ein paar Tipps, wenn du die Methode ausprobieren willst:
Überlege im Vorfeld, welche Konstellation zu deinem Anliegen passt: Ob…
1) jede:r für sich ein Bild malen soll (wenn ihr nicht zu viele seid) und es um einen Perspektivaustausch geht,
2) du Kleingruppen (ca. 3-5 Personen) machst, die ein Bild malen und du so mehrere Bilder zu besprechen hast (eignet sich gut für kleinere Teameinheiten) oder ob
3) alle gemeinsam an einem großen Bild malen, du einen direkten Teambuildingeffekt hast, aber kaum EInzelmeinungen.
Je nachdem brauchst du andere Materialien.
Nutze gute Stifte, mit denen malen Spaß macht. Ich verwende gerne Ölpastellkreiden und/oder Gouache Paint Sticks (affiliate links).
Eine gute Unterlage zum Malen. Entweder eine Leinwand (Moderationspapier reißt/knickt zu schnell) oder einen A1- oder A2-Skizzenblock. Es kommt auf die Anzahl der Personen an, ca. 4-5 Personen können gut an einem gemeinsamen A2-Papier malen.
Verrate mir doch einmal, ob ich dir etwas Lust gemacht habe:


