Where the shift happens*
*and the shit, too. Warum Übergänge der wichtigste Teil von Transformation sind und wie du sie gestalten kannst.
Ist hier jemand?! 🏝️
Ich gebe zu, es war ruhig um Frische Führung in den letzten Monaten, einfach, weil ich aktuell viel im Einsatz bin, bei Teams und Redaktionen, die mittendrin sind – im Übergang zwischen Alt und Neu.
Und genau das ist unser Thema heute:
Wir Menschen haben gar kein Problem mit der Veränderung, sondern mit den Übergängen.1
Die meisten Teams, mit denen ich arbeite, ja sogar die gesamte Medien- und Kreativbranche ist genau hier, in einem Schwellenzustand, auch Liminalität genannt.
Liminalität ist der Übergangszustand zwischen zwei Phasen, in dem das Alte nicht mehr gilt und das Neue noch nicht greift.
Stell dir vor, du stehst im dunklen Flur. Die Tür hinter dir ist zu, die vor dir ist nur einen Spalt weit auf. Diese Übergangsphase, die Zeit, die du im Flur verbringst, bietet Potenzial zur Neuorganisation, Fokus, Ausmisten und Wandel, aber auch Abgründe in Chaos, Zynismus und Perspektivlosigkeit.
Diese Übergänge werden selten sichtbar gemacht, wenn es um Changebegleitung geht. Das Team reibt sich an Unklarheiten, Fragen, Widersprüchen und der Ungewissheit auf – ohne zu reflektieren, dass so nicht die Zukunft aussehen wird. Die Gefahr: Durch nicht gestaltete Übergänge verlieren immer mehr Teammitglieder den Anschluss und die Motivation.
Was hilft, um dich und dein Team gut durch Übergänge zu bringen?
Das Alte richtig verabschieden & loslassen
Ohne Ende kein neuer Anfang. Umso wichtiger ist es, dass du und dein Team Enden bewusst wahrnehmen und wertschätzen.
👉Anwendung: Überlegt euch ein Ritual, welches die Vergangenheit sichtbar macht und wertschätzt. Projekt-Stammbaum, Koffer der Erinnerung, Erinnerungsstücke/Fotos anschauen: Alles ist erlaubt, was zu euch passt!
Konstruktiven Raum für Austausch & Emotionen schaffen
Man kann sich auf die Zukunft freuen und trotzdem der Vergangenheit nachtrauern. Enden und Übergänge können Verlustängste und Trauer auslösen. Und das ist normal und Teil des Prozesses! Toxisch wird es, wenn man sie nicht äußern kann.
👉Anwendung: “Was vermisst du?” – sammelt mal, frei von Wertung. Versucht es nicht direkt zu managen, auszugleichen oder wegzudiskutieren. Es ist ok, Dinge zu vermissen.
Macht euch euren Gestaltungsspielraum bewusst
Übergänge sind ein Momentum – schaut, wo ihr gestaltet könnt. Was ist (von oben) vorgegeben? Wo kann die Zukunft noch ausgestaltet werden?
👉Anwendung: Das nehmen wir mit in die Zukunft / Das bleibt in der Vergangenheit:
Sammelt gemeinsam Punkte, die Arbeitsweisen, Abläufe oder Inhalte betreffen, die ihr gerne weiter in eurem Arbeitsalltag haben und Dinge, die ihr in der Vergangenheit lassen möchtet.
Begegnung statt Beschleunigung
Auch wenn die Zeit aufreibend und unangenehm ist und scheinbar alles gleichzeitig passiert, nehmt euch Zeit. Schafft Möglichkeiten zusammen zu kommen, auszutauschen. Das gibt Halt und Energie, die ihr braucht, um gut durch die Phase zu kommen.
👉Anwendung: Idealer Zeitpunkt für ein Offsite, Workshop oder Teamaktivität, das Orientierung und Raum für Begegnung bietet.
Sagte einst der Organisationsentwickler William Bridges, dessen Buch “Managing Transitions” (affiliate link) ich sehr empfehlen kann.


